Was passiert, wenn Künstliche Intelligenz nicht nur unsere Arbeit übernimmt – sondern unsere ganze Gesellschaft neu definiert? Wenn Leistung, Einkommen und Produktivität keine Rolle mehr spielen, weil Maschinen alles besser, schneller und effizienter erledigen können?
Im dritten CARUS-Seminar in den Bündner Alpen begeben wir uns auf eine Reise in die Zukunft: in eine mögliche post-ökonomische Gesellschaft, in der AGI (Artificial General Intelligence) oder ASI (Artificial Super Intelligence) das Fundament unserer bisherigen Ordnung ins Wanken bringt. Wir fragen uns:
Was bleibt vom „Erfolgsmodell Mensch“, wenn Arbeit und Wertschöpfung durch Intelligenz ersetzt werden, die keine Pause braucht? Ist KI eine Bedrohung für Sinn, Würde und Zusammenhalt – oder die Chance, Gesellschaft endlich neu zu denken?
Gemeinsam mit Expert:innen aus Philosophie, Ethik, Theologie und Technologie erforschen wir, wie Zukunftsmodelle jenseits klassischer Wirtschaftssysteme aussehen könnten. Wir diskutieren, was es braucht, um in einer Welt ohne Löhne, Karrieren und Märkte menschlich zu bleiben – und welche Werte in einer solchen Gesellschaft tragen könnten.
Kernfragen des Seminars:
- Wird Arbeit in Zukunft überflüssig – oder einfach neu definiert?
- Wie verändern sich Sinn, Macht und Zugehörigkeit, wenn Maschinen die ökonomische Wertschöpfung übernehmen?
- Welche Gesellschaftsformen könnten in einer Welt mit AGI/ASI entstehen – und welche Risiken bergen sie?
- Können Klöster, Kommunen oder Kollektive als Modelle für eine neue, gemeinschaftsorientierte Welt dienen?
In interaktiven Workshops entwickelst du mit anderen Teilnehmenden eigene Zukunftsszenarien und stellst sie am Ende zur Diskussion. Der Fokus liegt auf dem offenen Denken, Hinterfragen und Weiterentwickeln von Ideen – gemeinsam mit den Expert:innen und anderen Teilnehmenden aus verschiedensten Fachrichtungen.
Dieses Seminar baut inhaltlich nicht auf die ersten zwei Carus-Seminare auf und kann unabhängig davon besucht werden.
Leitung: Dr. Peter Kauf, CEO Prognosix AG, Experte für Innovation und Data Science
Referierende:
- Dr. Alexandra Kaiser-Duliba, Dozierende Masterstudiengang «Ethik», Universität Luzern
- Jürgen Geuter, Informatiker und Philosophe, Gründungsmitglied des Otherwise Network, beschäftigt sich mit Themen an den Schnittstellen von Technologie, Gesellschaft und Politik
- Dr. Sarah Genner, Digitalexpertin, Dozentin und Verwaltungsrätin, ihr Spezialgebiet sind die Auswirkungen digitaler Technologien auf Mensch, Gesellschaft und Arbeitswelt
- Dr. Jakob Merane, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Dozent am Center for Law & Economics der ETH Zürich, Experte AI&Law
- Pater Paul, Umweltnaturwissenschafter ETH und Theologe, Mönch des Klosters Disentis
Organisation: Dr. Meret Tuor
Administration: Nathalie Ellington
Zielpublikum: alle geförderten der Schweizerischen Studienstiftung
Anzahl TN: 25
Vorbereitungsarbeiten / Unterlagen: Werden vor dem Seminar bereitgestellt.
Kosten: Eine Eigenbeteiligung von CHF 50 wird von den Teilnehmenden bezahlt.
Die Schweizerische Studienstiftung übernimmt einen Teil der Kosten für die Anreise innerhalb der Schweiz. Weitere Informationen folgen mit der Anmeldebestätigung.
Anmeldeschluss: 25. Januar 2026
