Ob in der Psychiatrie, der Mikrobiologie oder der Philosophie – Klassifikation ist der Versuch, Ordnung in die Vielfalt der Welt zu bringen. Wir teilen ein, benennen, strukturieren – und schaffen damit die Grundlage wissenschaftlicher Erkenntnis. Doch wie objektiv sind diese Ordnungen wirklich? Und was passiert, wenn neue Technologien oder gesellschaftliche Perspektiven alte Kategorien infrage stellen?
Die frühen Naturforscher um Linnaeus und Co versuchten, die Lebewesen und Pflanzen auf unserer Welt in eine Struktur zu geben, zu ordnen und Ähnlichkeiten und Differenzen festzustellen. Doch das war und ist nicht ganz so einfach. An diesem Abend tauchen wir gemeinsam in die Welt der Klassifikationen ein:
Was bedeutet es, eine Krankheit zu „definieren“? Wer entscheidet, wann zwei Dinge verschieden genug sind, um getrennt zu werden – und wann sie „gleich“ bleiben dürfen? Welche Rolle spielt Klassifikation für medizinische Diagnosen, biologische Forschung oder unser alltägliches Denken?
Mit Inputs aus der Philosophie, medizinischen Mikrobiologie und der Psychiatrie beleuchten wir, wie Klassifikationen entstehen, sich verändern – und was das über unser wissenschaftliches Weltbild verrät. Im Anschluss diskutieren wir gemeinsam interdisziplinär über Grenzen, Nutzen und Risiken dieser Sortierungen.
Ein Abend für alle, die sich für die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens interessieren.
Programm:
18:00: Begrüssung und Vorstellungsrunde
18:20-18:50: Präsentation Prof. Dr. Dr. Claus Beisbart: Klassifikation der Natur: ein kurzer Hintergrund
19:00-19:30: Präsentation Prof. Dr. Dr. Adrian Egli: Bedeutung von Klassifikation in Erforschung, Diagnostik und Therapie in der Mikrobiologie
19:40-20:10: Präsentation PD Dr. Tobias Spiller: Klassifikation: neue Ansätze für Psychiatrische Erkrankungen
20:10-20:40: Gemeinsame Diskussion
20:45: Offenes Ende der Veranstaltung mit Apéro
Leitung: Ema Savic, Nico Zobrist
Referierende:
- Prof. Dr. Dr. Claus Beisbart, Institut für Philosophie, Universität Bern
- Prof. Dr. med. Dr. phil. Adrian Egli, Mikrobiologe, Institutsleiter Medizinische Mikrobiologie an der Universität Zürich, Co-Direktor Universitäres Zentrum für Labormedizin und Pathologie (UZL)
- PD Dr. med Tobias Spiller, Oberarzt a.i. an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich
Organisation: Dr. Meret Tuor & Nico Zobrist
Administration: Michelle Hug
Anzahl TN: 20-25
Zielpublikum: keine Vorkenntnisse nötig, möglichst interdisziplinär
Vorbereitungsunterlagen:
Die Erben Linnés auf der Roten Liste, Die Zeit, Matthias Glaubrecht, 17. Mai 2007, abgerufen am 17. November 2025, frei verfügbar unter: https://www.zeit.de/2007/21/N-Linn/komplettansicht
What is a cell type, really? The quest to categorize life’s myriad forms, Nature (news feature), Amber Dance, 24. September 2024, abgerufen am 17. November 2025, sollte über Uni-VPN/ institutionellen Zugang verfügbar sein unter: https://www.nature.com/articles/d41586-024-03073-2
Anmeldeschluss: 23. November 2025
